Rezension: Be a star of love & life – Teenstar

Die Broschüre „Be a star of love & life“ ist aus der Zusammenarbeit zweier Ärzte und einer Religionslehrerin entstanden und bietet Jugendlichen Informationen rund um das Thema Sexualität. Darüber hinaus wollen die Autoren die Jugendlichen ab 14 Jahren auch in ihrer Sehnsucht „nach Glück, Erfüllung, Liebe und Geborgenheit auf Dauer“ (S. 4) ansprechen, um ihnen zu einer wertebasierten, wertvollen Sexualitätssicht zu verhelfen.

Die Broschüre, in 6 Kapitel gegliedert (Pubertät, Liebe und Sexualität, Schwangerschaft und Baby, Familienplanung, sexuell übertragbare Krankheiten und am Ende ein Stichwort-Lexikon), vermittelt überwiegend neutrale biologische Aufklärung. Nur im zweiten Kapitel spielt die Werteerziehung eine Rolle – was nicht ganz unproblematisch ist. Denn bei ihrer Fokussierung auf biologische Fakten vergessen die Autoren, dass es kaum einen anderen Bereich gibt, wo sachliche Informationen so wenig neutral sind. Sexualität ist eben nicht wie Mathe oder Deutsch. Sexualität – wie das Vorwort der Schrift ja auch erkennt – hat mit tiefen Sehnsüchten, mit Träumen, Neugierde und Trieben zu tun und trifft den Menschen in zwei Kernaspekten des Lebens: der Liebe zwischen zwei Personen und dem Wunder neuen Lebens.

Mit der Biologie beginnt die Broschüre und mit der Biologie endet sie. Aber wird der junge Leser noch das faszinierende Mysterium der Liebe spüren können, wenn er alles bis ins kleinste Detail über seinen Körper und den Körper des anderen Geschlechts weiß? Und was wird aus dem natürlichen Schamgefühl, wenn es mit Blutungen, Reizbarkeit der Klitoris, Schamlippen, Orgasmuserklärungen etc. konfrontiert wird?

Dass die Autoren christliche Werte vertreten, ist offenkundig, auch dass die Broschüre für nicht-christliche und christliche Jugendliche gleichermaßen gedacht wurde. Das Ergebnis wird aber kaum einen Jugendlichen bestätigen oder beeindrucken, denn die christliche Einstellung zur Sexualität wird nur unklar, unvollständig und wenig überzeugend dargestellt. Bloß eine Warnung vor langfristigen negativen Konsequenzen reicht an dieser wichtigen Stelle nicht. Die Autoren scheinen sich des trotzigen Experimentiergeistes der Jugend nicht mehr bewusst zu sein – sonst hätten sie z. B. nicht so ausführliche Informationen über die Entsorgung von Hormonpflaster und Kondom gegeben, von deren Gebrauch sie eigentlich abraten wollten.

Um Jugendliche zur wahren Liebe anzuspornen, müsste man den Grundstein mit positiven Begriffen legen, beginnend mit Reinheit, Tugend, Ideal, Schönheit usw. Aber statt über diese Werte zu sprechen, werden Fragen wie „Ist mein Penis normal?“ (S. 22) oder nach der richtigen Intimpflege für das andere Geschlecht beantwortet. All dies kann eher die Fantasie der jungen Menschen anstacheln und sie trotz der Warnungen zu viel zu früh ausgelebter Sexualität führen. Christen sollten erfahren und wissen, dass in kaum einem anderen Bereich die gefallene menschliche Natur so stark anreizbar ist wie bei der Sexualität. Jugendliche brauchen nicht nur Informationsvermittlung, sondern vor allem eine überzeugende Wertevermittlung.

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