16 Fakten zu Geschlechtsdysphorie und Geschlechtsidentitätsstörung

Foto: Freepik (Ausschnitt)

Transgender, Transsexualität und Geschlechtsdysphorie – in der aktuellen Debatte kursieren zahlreiche Fehlinformationen und Missverständnisse. Da aber die Zahl der Betroffenen, auch unter Minderjährigen, immer weiter ansteigt, sind wissenschaftliche Fakten unerlässlich. Wir präsentieren 16 Fakten zu Geschlechtsdysphorie.

Fakt #1: Geschlechtsidentitätsstörung (GID, „Gender Identity Disorder“) wurde viele Jahre als psychische Störung angesehen und wurde für 33 Jahre als psychische Störung im „Diagnostischen und statistischen Leitfaden psychischer Störungen“ (DSM-III, 1980-1994 und DSM-IV-TR, 1994-2013) der „American Psychiatric Association“ (APA) aufgelistet.[1]

Fakt #2: Geschlechtsidentitätsstörung wurde 2013 aus diesem Leitfaden der APA gestrichen und durch den Begriff „Geschlechtsdysphorie“ („gender dysphoria“) ersetzt. Geschlechtsdysphorie wird als ein Konflikt „zwischen dem selbstempfundenen bzw. ausgedrückten und dem zugewiesenen Geschlecht, begleitet von einem erheblichen Leiden oder Funktionsstörungen“, beschrieben.[2]

Fakt #3: Diese Begriffsänderung von „Geschlechtsidentitätsstörung“ zu „Geschlechtsdysphorie“ wurde in erster Linie nicht aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse durchgesetzt, sondern mit dem Ziel, „das Stigma gegen Menschen zu reduzieren, die ihr soziales Geschlecht und ihr biologisches Geschlecht als verschieden wahrnehmen.“[3]

Fakt #4: Als Resultat werden Ärzte und Psychologen davon abgehalten, Geschlechtsdysphorie als eine Störung oder als etwas, das überwunden werden kann, zu behandeln. An manchen Orten wird ihnen das sogar verboten. Psychologen, Therapeuten und Psychiater konzentrieren sich vielmehr darauf, das empfundene Leiden der Patienten mit Geschlechtsdysphorie zu mindern, als darauf, ihr subjektiv empfundenes Geschlecht mit ihrem biologischen Geschlecht in Einklang zu bringen.[4]

Fakt #5: Studien haben nachgewiesen, dass bis zu 70 Prozent aller Patienten mit Geschlechtsdysphorie eine weitere psychische Störung (Begleiterkrankung) haben, entweder gleichzeitig oder zu einem anderen Zeitpunkt in ihrem Leben.[5]

Fakt #6: Die APA behauptet jetzt, dass die „wahre Identität“ einer Person das ist, was diese jeweils über sich selbst glaubt, unabhängig von den medizinischen Tatsachen.[6] Bei anderen Diagnosen wie beispielsweise „anorexia nervosa“ (Magersucht) wendet die APA diesen Maßstab nicht an.[7] Sollte ein Therapeut etwa einer magersüchtigen Patientin empfehlen, weiter zu hungern, nur weil sie glaubt, sie sei übergewichtig? Warum aber verwendet man einen anderen Maßstab für Menschen, die Probleme mit ihrem biologischen Geschlecht haben? Die Antwort liegt auf der Hand: Geschlechtsidentitätspolitik wird auf der Basis von Ideologie und nicht auf der Basis von medizinischen Fakten betrieben.

Fakt #7: Das biologische Geschlecht eines Kindes wird nicht von einem Arzt bei der Geburt zugewiesen. Das Geschlecht wird im Moment der Empfängnis in der Gebärmutter festgelegt. Das 23. Chromosomenpaar bestimmt das biologische Geschlecht (XY beim Mann, XX bei der Frau). Ungefähr in der sechsten Schwangerschaftswoche entwickeln sich aufgrund der Sexualdifferenzierung des Fötus männliche und weibliche Geschlechtsorgane.[8] Bei der Geburt wird lediglich das Geschlecht auf der Basis der Geschlechtsorgane festgestellt.

Fakt #8: Die Binarität von männlich und weiblich wird durch kongenitale Störungen der Geschlechtsentwicklung (DSD, „disorders of sex development“) nicht unwirksam. DSD sind Störungen, die eine Diskrepanz zwischen dem äußeren Erscheinungsbild einer Person (Phänotyp) und den Geschlechtschromosomen (Genotyp) verursachen. Es handelt sich um einen extrem seltenen medizinisch diagnostizierbaren Zustand, den weniger als 0,02 Prozent der Bevölkerung betreffen.[9] Menschen mit DSD bilden keine weiteren Geschlechter oder ein Spektrum an Geschlechtern. Diese Störungen werden oft ungenau als „intersex“ bezeichnet.

Fakt #9: Die meisten Kinder, die Probleme mit ihrer Geschlechtsidentität haben, akzeptieren ihr biologisches Geschlecht im Zuge des Heranwachsens – zwischen 80 und 90 Prozent spätestens mit Erreichen des Erwachsenenalters. Es sei denn, sie werden in die entgegengesetzte Richtung gedrängt, zum Beispiel durch Pubertätsblocker oder gegengeschlechtliche Hormone.[10]

Fakt #10: Die Belege für echte Vorteile von Hormontherapie und Operationen zur Geschlechtsumwandlung in Fällen von Geschlechtsdysphorie sind von sehr geringer Qualität. So sind die Studien und Ergebnisse, die dazu vorliegen, z.B. weit entfernt von den Voraussetzungen der amerikanischen Behörde für Lebens- und Arzneimittel (FDA) für die Genehmigung neuer Medikamente oder medizinischer Geräte.[11]

Fakt #11: Keine wissenschaftliche Studie konnte beweisen, dass Transgender genetisch bestimmt sei. Wäre dem so, müssten sich eineiige Zwillinge, die den gleichen genetischen Code besitzen, in fast 100 Prozent der Fälle beide als Transgender identifizieren. Tatsächlich ist aber in den meisten Fällen, in denen einer der eineiigen Zwillinge Transgender ist, der andere es nicht. Außerdem konnte man bisher kein Gen oder Gruppe von Genen identifizieren, die eine Identifikation als Transgender verursachen.[12]

Fakt #12: Es gibt keine Belege dafür, dass die Gehirne von Transgender-Menschen bei der Geburt „anders angelegt“ seien. Für die Annahme, dass man in einem falschen Körper geboren werden könne, gibt es also keine wissenschaftlichen Beweise.[13] Tatsächlich ist es unmöglich, in einem falschen Körper „gefangen“ zu sein: Jede Hirnzelle eines männlichen Fötus hat ein Y-Chromosom, während weibliche Hirnzellen das nicht haben. Männliche Hirnzellen unterscheiden sich also wesentlich und dauerhaft von den weiblichen. Hinzu kommt: In der achten Schwangerschaftswoche verzeichnet jede Zelle im Körper eines männlichen Fötus – auch jede Hirnzelle – einen akuten Anstieg von Testosteron, das von den Hoden abgesondert wird. Da weibliche Föten keine Hoden haben, erleben ihre Zellen – inklusive der Hirnzellen – keinen solchen Anstieg von endogenem Testosteron.[14]

Fakt #13: Pubertätsblocker bei körperlich gesunden Kindern anzuwenden, bedeutet, diese nicht bestimmungsgemäß zu gebrauchen („Off-Label-Use“), was noch nicht als risikofrei bewiesen wurde.[15]

Fakt #14: Transgender-Menschen besitzen sowohl vor als auch nach gegengeschlechtlicher Hormontherapie und geschlechtsumwandelnder Operation ein deutlich höheres Risiko für Sterblichkeit, suizidales Verhalten und psychische Störungen als die Gesamtbevölkerung.[16]

Fakt #15: Studien belegen, dass die sehr hohe Suizidrate von Transgender-Menschen (bis zu 19-mal höher als die der Gesamtbevölkerung) durch geschlechtsumwandelnde Operationen und Hormontherapie nicht entscheidend reduziert werden. Diese Maßnahmen lösen außerdem viele der Probleme von Menschen, deren Geschlechtsidentität verwirrt ist, nicht.[17]

Fakt #16: Die Behandlung von Geschlechtsdysphorie mit gegengeschlechtlichen Hormonen, Pubertätsblockern und geschlechtsumwandelnden Operationen basiert auf Ideologie, nicht auf Medizin.[18]

Der Artikel erschien ursprünglich bei „Family Watch International“ und wird hier in deutscher Übersetzung wiedergegeben.


[1] Psychiatric News, DSM-IV-TR Diagnostic Criteria For Gender Identity Disorder, https://psychnews.psychiatryonline.org/‌doi/full/10.1176/pn.38.14.0032/; Koh, The history of the concept of gender identity disorder, Seishin Shinkeigaku Zasshi. 2012;114(6):673-80, [PMID:22844818]

[2] American Psychiatric Association, What is Gender Dysphoria, https://www.psychiatry.org/patients-families/gender- dysphoria/what-is-gender-dysphoria/

[3] Drescher, New Diagnostic Codes Lessen Stigma for Transgender People, Medscape, 2017/9/11, https://www.medscape.com/viewarticle/885141/

[4] Drescher, Controversies in Gender Diagnoses, LGBT Health, Volume 1, Number 1, 2013, https://www.liebertpub.com/doi/abs/10.1089/lgbt.2013.1500

[5] Meybodi, Hajebi, Jolfaei, Psychiatric Axis I Comorbidities among Patients with Gender Dysphoria, Psychiatry J. 2014;2014:971814. doi: 10.1155/2014/971814. Epub 2014 Aug 11. (PMID: 25180172), https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4142737/; Heylens, et. al. Psychiatric characteristics in transsexual individuals: multicentre study in four European countries, British Journal of Psychiatry. Feb 2014, 204 (2) pp151-156.

[6] American Psychiatric Association, What is Gender Dysphoria, https://www.psychiatry.org/patients-families/gender- dysphoria/what-is-gender-dysphoria/

[7] ICD10Data.com, 2018 ICD-10-CM Diagnosis Code F50.0 Anorexia nervosa, https://www.icd10data.com/ICD10CM/Codes/F01-F99/F50-F59/F50-/F50.00

[8] Hiort, The differential role of androgens in early human sex development, BMC Med. 2013; PMID: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3706224/

[9] Sax, How Common is Intersex?, The Journal of Sex Research, vol 39, #3 Aug 2002,
https://www.leonardsax.com/how-common-is-intersex-a-response-to-anne-fausto-sterling/

[10] Hayes, Inc., Sex reassignment surgery for the treatment of gender dysphoria, Hayes Medical Technology Directory, Lansdale, Pa.: Winifred Hayes; May 15, 2014,
https://www.hayesinc.com/publications/evidence-analysis/health-technology-assessment/sex-reassignment-surgery-for-the-treatment-of-gender-dysphoria/dir-sex707

[11] Diamond, Transsexuality Among Twins: Identity Concordance, Transition, Rearing, and Orientation, International Journal of Transgenderism, Volume 14, 2013, Issue 1, http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/15532739.2013.750222?‌journalCode=wijt20/; Hembree, et al., Endocrine Treatment of Gender-Dysphoric/ Gender-Incongruent Persons: An Endocrine Society Clinical Practice Guideline, Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, Nov 2017, 102(11):3869-3903, https://academic.oup.com/jcem/article/102/11/3869/4157558

[12] Mayer, McHugh, Part Three: Gender Identity, The New Atlantis, https://www.thenewatlantis.com/publications/part-three-gender-identity-sexuality-and-gender; Reyes, Winter, Faiman, Studies on human sexual development Fetal gonadal and adrenal sex steroids, J Clin Endocrinol Metab. 1973 Jul; 37(1):74-8,
https://academic.oup.com/jcem/article-abstract/37/1/74/2686200

[13] Lombardo, et al., Fetal Testosterone Influences Sexually Dimorphic Gray Matter in the Human Brain, The Journal of Neuroscience, 11 January 2012, 32(2), http://www.jneurosci.org/content/32/2/674.long

[14] Sizonenko, Human Sexual Differentiation, Geneva Foundation for Medical Education and Research, 2016, https://www.gfmer.ch/Books/Reproductive_health/Human_sexual_differentiation.html; Hruz, Mayer, McHugh, Growing Pains, The New Atlantis, https://www.thenewatlantis.com/publications/growing- pains; Dhejne, et al, Long-Term Follow-Up of Transsexual Persons Undergoing Sex Reassignment Surgery: Cohort Study in Sweden, PloS one, 2011,
http://journals.plos.org/‌plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0016885

[15] Meyer, Reter, Sex Reassignment Follow-up, Arch Gen Psychiatry. 1979;36(9):1010-1015, JAMA Network, https://jamanetwork.com/journals/jamapsychiatry/article-abstract/492177

[16] Dhejne, et al, An Analysis of All Applications for Sex Reassignment Surgery in Sweden, 1960–2010: Prevalence, Incidence, and Regrets, Archives of Sexual Behavior, Nov 2014, Volume 43, Issue 8, pp 1535–1545, https://link.springer.com/article/‌10.1007%2Fs10508-014-0300-8

[17] Meyer, Reter, Sex Reassignment Follow-up, Arch Gen Psychiatry. 1979;36(9):1010-1015, JAMA Network, https://jamanetwork.com/journals/jamapsychiatry/article-abstract/492177; American College of Pediatricians, Gender Dysphoria in Children, June 2017, https://www.acpeds.org/the-college- speaks/position-statements/gender-dysphoria-in-children; Dhejne, et al, An Analysis of All Applications for Sex Reassignment Surgery in Sweden, 1960–2010: Prevalence, Incidence, and Regrets, Archives of Sexual Behavior, Nov 2014, Volume 43, Issue 8, pp 1535–1545, https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs10508-014-0300-8

[18] American College of Pediatricians, Gender Dysphoria in Children, June 2017,
https://www.acpeds.org/the-college-speaks/position-statements/gender-dysphoria-in-children

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