LSBTIQ-Aktivisten haben in Schulen nichts zu suchen

Wenn Jugendliche künftig ihren Geschlechtseintrag ändern, betrifft das ihr gesamtes soziales Nahfeld. Mit dem geplanten Selbstbestimmungsgesetz kommt also einiges auf die Schulen und die Lehrer zu. Der Artikel »Trans, inter, non-binär – „Ist einfach ein Thema unter den Schülern“« in der Welt befragte dazu unter anderem den Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger. Der warnt vor einem „völlig falschen Verständnis“ des Erziehungsauftrags an Schulen und fordert, der Staat müsse gegenüber der Agitation durch LSBTIQ-Aktivisten klare Grenzen ziehen.

Die Autorin Sabine Menkens eröffnet ihren Beitrag mit der Anekdote des Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes Heinz-Peter Meidinger, die ins Epizentrum der Transgender-Debatte führt. Tausende junge Mädchen mit vorgelagerten psychischen Problemen empfinden, beeinflusst durch die Transgender-Bewegung, ihr biologisches Geschlecht als „falsch“. Mit ihrer urplötzlich getroffenen Selbstdiagnose, „trans“ zu sein, stoßen sie Eltern wie Lehrern gleichermaßen vor den Kopf – so auch Meidinger, der vor wenigen Jahren noch Schulleiter war:

Eine 14-jährige Schülerin sei zu ihm gekommen, erzählt er, und habe verlangt, ab sofort mit einem neuen, männlichen Namen geführt zu werden. Sie sei ab jetzt ein Transjunge. Das Mädchen habe für sich und der Welt „Tatsachen schaffen wollen“, sagt der altgediente Lehrer. „Dabei war der innere Prozess damals noch lange nicht abgeschlossen, wie sich dann herausgestellt hat.“

Ich will nicht mehr euer Mädchen sein!

Manch einer mag hier an seine eigene Schulzeit zurückdenken und an 14-jährige Schülerinnen, die lieber gestorben wären, als im Direktorat auch nur um ein neues Päckchen Tafelkreide zu bitten. Das Beispiel Meidingers zeigt, warum das geplante Selbstbestimmungsgesetz so gefährlich ist: Es geht um junge Mädchen mit tieferliegenden Identitätsproblemen und Persönlichkeitsstörungen, die auf den Transgender-Hype aufspringen. Von Transgender-Aktivisten lassen sie sich argumentativ ausstatten. Mit dieser blendenden, selbstbewussten Fassade und der woken Ideologie im Rücken knallen sie ihren Eltern ihre neue Identität beziehungsweise ihre Verletzungen aus der Tiefe ihrer Seele vor den Latz. Die wenigsten von ihnen leiden im medizinischen Sinne unter einer von Kindesbeinen an bestehenden Geschlechtsdysphorie. Ihre Seelenpein ließe sich in einem Satz so formulieren: „Ich will nicht mehr (euer) Mädchen sein.“

Seelische Krisen, die während der Pubertät die Welt untergehen lassen, mildern sich mit dem Erwachsenwerden auch wieder ab. Doch ausgerechnet in der heiklen Phase zwischen 14 und 17 Jahren soll nun der neue Geschlechtseintrag im Ausweis so einfach möglich werden, im Streitfall auch gegen den Willen der Eltern. Das wird die Zahl der Mädchen, die eine Hormonbehandlung und die Entfernung ihrer Brüste wütend einfordern, noch einmal deutlich steigern, warnen mit Blick auf das Selbstbestimmungsgesetz zahlreiche Ärzte.

Neben den Ärzten, die von überfüllten Wartelisten bei Transgender-Behandlungen berichten, sind die Erlebnisse der Lehrer ein weiterer Indikator von der vordersten Frontlinie. Ihre Einschätzungen, wie die Meidingers, müssen in die Debatte einfließen: „Ich halte es für sinnvoller, den Jugendlichen ausreichend Zeit und intensive Beratung zu bieten, um die richtige Entscheidung zu treffen.“

Schulen als Kompetenzzentren für „sexuelle Vielfalt“

Die Schulen erscheinen indes eher wie die Wegbereiter der Transgender-Ideologie. Menkens Artikel bietet in puncto sexuelle und geschlechtliche Vielfalt einen Streifzug durch die Bildungspläne der Länder:

Baden-Württemberg: „Schule als Ort von Toleranz und Weltoffenheit soll es jungen Menschen ermöglichen, die eigene Identität zu finden und sich frei und ohne Angst vor Diskriminierung zu artikulieren.“

Bayern – Richtlinien für die Familien- und Sexualerziehung für die höheren Klassen: „Schülerinnen und Schüler achten die eigene sexuelle Orientierung und die sexuelle Orientierung anderer (Hetero-, Homo-, Bisexualität); achten und wissen um Trans- und Intersexualität.“

Berlin fordert die Akzeptanz sexueller Vielfalt als „wichtiges Ziel des Kompetenzerwerbs“.

Nordrhein-Westfalen – Richtlinien zur Sexualerziehung: „Für den konfliktreichen Prozess der Suche nach sexueller Orientierung und sexueller Entfaltung brauchen Jugendliche ein Klima, das die Vielfalt sexueller Möglichkeiten achtet.“

Schule sei ein Ort, so fasst Menkens die Bildungspläne zusammen, an dem „die Fragen um Liebe, Sexualität und eigene sexuelle Identität verhandelt“ würden. Die Lehrkräfte müssten kompetent sein, auch Fragen beantworten zu können. Es entsteht der Eindruck von Schulen als Kompetenzzentren für „sexuelle und geschlechtliche Vielfalt“. Doch sollen Lehrer nicht in erster Linie kompetent darin sein, Lese- und Rechtschreibfertigkeiten, vielleicht noch die Grundrechenarten und womöglich sogar naturwissenschaftliche Fakten wie die biologische Zweigeschlechtlichkeit zu vermitteln, während die Kompentenz zur Beantwortung der Fragen zur Identität, Sexualität und Familienerziehung primär in den Familien liegen, und auch deren Aufgabe ist?

Da diese Frage in der Luft liegt, verweist die Autorin auf die „öffentlichen Proteste von Gruppen wie „DemoFürAlle“ oder „Elternaktion“, die vor einer „Frühsexualisierung“ von Kindern und einem lobbygesteuerten „Transgender-Hype“ warnen.“ Doch um unsere wichtigen Proteste als Minderheitenanliegen darzustellen, zitiert Menkens unmittelbar eine Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und n-tv, wonach 64 Prozent der Befragten es gut fänden, wenn schon in der Grundschule sexuelle Vielfalt gelehrt wird, 29 Prozent seien dagegen. Selbst wenn die Umfrage die Meinung der Eltern tatsächlich wiedergeben sollte, was angesichts der Inhalte, die Kindern von LGBT-Gruppen an Schulen zugemutet werden, stark angezweifelt werden darf und die Frage aufwirft, wie gut informiert waren die befragten Eltern? – so ist es uns ein Anliegen, allen Eltern, die ihre Kinder vor der Indoktrination der Trans-Lobby bewahren wollen, eine Stimme zu geben.

Expertin für Gender und Diversity Studies sieht keine Anzeichen einer Trans-Mode

Menkens lässt nun ausführlich die Koordinatorin des Braunschweiger Netzwerks für Gender und Diversity Studies, Juliette Wedl, zu Wort kommen. Wedl arbeitet als Referentin in der Lehrerfortbildung an der Waldschlösschen-Akademie, einem berüchtigten Zentrum für die Sexualpädagogik der Vielfalt, und hat die Publikation „Schule lehrt/lernt Vielfalt“ verfasst – eine Handreichung für Lehrer zur „Homo-, Bi-, Trans- und Inter*freundlichkeit an der Schule“.

Wedl ist der Meinung, Lehrer hätten großen Nachholbedarf in der „Genderkompetenz“. Unter dem Vorwand der Antidiskriminierung fordert sie sexuelle und geschlechtliche Vielfalt als „grundlegenden Bildungsauftrag schon von der Kita an“.

An dem jüngsten exponentiellen Anstieg an Transgender-Selbstdiagnosen bei Mädchen, die vorher in ihrer Geschlechtsidentität nicht auffällig waren, kann Wedl nichts Merkwürdiges finden. Die Allgegenwärtigkeit des Trans-Themas habe da nichts mit zu tun, denn sie weiß: „Sexuelle Identität ist ein inneres Wissen, dazu wird man nicht von anderen verleitet.“ Allerdings sieht Wedl auch, dass es ein Trend sei, „queeroffen zu sein“. „Der Raum, etwas auszuprobieren, ist größer geworden. Und man redet auch mehr darüber.“

Wedl ist vom Fach und verfolgt die Debatte mit Sicherheit sehr genau. Es sollte ihr also bekannt sein, dass für Mädchen die jugendkulturelle Aushandlung ihrer sexuellen Identität bis hin zur Auflösung in der Trans-Diagnose nur ein Vehikel ist, um tiefere psychischen Probleme, Pubertätskonflikte und eine insgesamt desolate Persönlichkeitsstruktur in den Griff zu bekommen – mit einer fatalen Radikal-Therapie. Tut es diesen Mädchen gut „queeroffen“ alles „auszuprobieren“, was das neue Selbstbestimmungsgesetz und die moderne Medizin bietet? Eine Medizin, die gerade relativ unbemerkt die Altersgrenzen für Transgender-Behandlungen abschaffen will, dies zumindest heftig diskutiert.

Soziale Medien befeuern den Trans-Hype an Schulen

Mehr Lebenswirklichkeit aus den Schulen bietet Ryan Plocher, Lehrer aus Berlin, der die sozialen Medien wie TikTok als Treiber der Trans-Mode identifiziert, weshalb sich nun an vielen Schulen, so auch in seiner Schule, Kinder finden, die sich als trans oder nicht-binär outen. „Das ist einfach ein Thema unter den Schülern“, beobachtet der Lehrer, weshalb das Kollegium es bereits eingeübt habe, für die betreffende Person keine Pronomen zu benutzen.

Das muss man sich einmal vorstellen, wie aus dem Lehrerzimmer im altbewährten Pattern Drill das mehrstimmige Einüben des neue Pronomens erklingt. Wie sollen naseweise 14-Jährige jemals wieder Respekt vor den Lehrern haben? Plocher sieht da keine Probleme, sondern geht mit der Zeit. Vor ein paar Jahren noch sei es um Fragen zur sexuellen Orientierung, vor allem um „schwul oder lesbisch“ gegangen. Heute seien trans und inter das große Thema, aber ein Mode-Phänomen will auch er nicht erkennen. Gerne lädt er einschlägige LGBTQI-Gruppen an seine Schule ein. „Und wenn eine Schülerin mit einem anderen Namen angesprochen werden oder lieber das Jungsklo benutzen will, dann machen wir das einfach, auch wenn in der Schulakte noch etwas anderes steht.“

Schule muss neutral sein und Agitation verhindern“

Eine Stimme der Vernunft kommt von dem Geschlechterforscher Till Randolf Amelung, der als Frau geboren wurde und seit 2011 seine Umwandlung zum Mann als abgeschlossen ansieht. Als „überaffirmativ“ bezeichnet Amelung die Art und Weise, wie die Medien, das „Regenbogenportal der Bundesregierung“ und auch Schulmaterialien das Thema Trans behandeln würden. Wenn auf den Seiten der Bundesregierung behauptet werde, „Pubertätsblocker seien mehr oder weniger ungefährlich, dann finde ich das hochproblematisch“, sagte der Geschlechterforscher. Denn Mädchen in der Pubertät seien häufig unzufrieden mit ihrem Körper und überfordert mit den gesellschaftlichen Erwartungen, wie man als Frau zu sein habe. „Viele haben das Gefühl, daran zu scheitern“, sagt Amelung. „Manche wollen sich vielleicht auch ihre Homosexualität nicht eingestehen.“ Die Trans-Selbstdiagnose erscheine vielen als Ausweg aus der Identitätskrise.

Menkens langer Artikel endet mit einer brisanten wie aufrüttelnden Botschaft:

„Ich würde mir einen Überblick verschaffen, der einen sprechfähig macht – und auf keinen Fall nur auf die LGBTQI-Aktivisten hören.“ Beratungsstellen, die „ausschließlich affirmativ“ an das Thema herangehen, würde er nicht in die Schule einladen.

Genauso sieht es auch Lehrerverbandspräsident Meidinger: Sexualerziehung sei ein besonders sensibler Bereich, der sehr stark auch das Erziehungsrecht der Eltern berühre. Die müssten sich darauf verlassen können, dass die Schule das Thema angemessen behandelt. Und was „angemessen“ für Meidinger bedeutet, daran lässt er keinen Zweifel aufkommen: „Es gibt für alles das richtige Zeitfenster. Es macht wenig Sinn, vor der Grundaufklärung mit Verhütung zu kommen oder in der Grundschule mit Themen wie dem sozialen Geschlecht.“

Seine aktive Karriere im Rücken, nimmt sich Meidinger die Freiheit, sich im Welt-Artikel mit der Empfehlung zitieren zu lassen, LGBTQI-Aktivisten nicht als Experten in die Schule einzuladen und deren Agenda ausbreiten zu lassen. „Schule als staatliche Institution muss neutral sein und Agitation verhindern. Das wäre ein völlig falsches Verständnis von Erziehungsauftrag. Da sollte der Staat klare Grenzen ziehen.“

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