Wenn „Doktorspiele“ aus dem Ruder laufen

Offizielle Statistiken deuten auf einen Anstieg sexueller Übergriffe unter Kindern hin, die oft im Rahmen von Doktorspielen stattfinden. Statt diese aber in Kitas erst gar nicht zuzulassen, sollen die Kinder ihre Neugier ausleben dürfen, solange dabei einige Regeln eingehalten werden. Damit aber wird den Kindern eine Verantwortung übertragen, die sie mehr als überfordert.

Wenn Kinder sexuell übergriffig werden

Sexuelle Übergriffe unter Kindern in Kitas sind keine Seltenheit. Doch die meisten Fachleute tun sich schwer damit, sexuelle Aktivitäten wie Doktorspiele zu unterbinden, obwohl diese oft der Ausgangspunkt für Grenzverletzungen sind. Vermutlich hängt es mit einer ideologisch geprägten Sicht zusammen, wonach Kinder sexuelle Erfahrungen untereinander machen sollten.

„Doktorspiele haben in Kitas nichts zu suchen“ – Interview mit Psychiater Dr. C. Spaemann.

Vor einigen Wochen sorgten öffentlich gewordene Details rund um die sexualpädagogische Weiterbildung in Brandenburger Kitas für einiges Aufsehen, insbesondere der empfohlene Umgang mit Masturbation und Doktorspielen. Im Interview mit Elternaktion widerlegt der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie Dr. Christian Spaemann die Thesen "moderner Sexualpädagogik" und erklärt, wie man in der Kita auf Doktorspiele reagieren soll und wie eine effektive und kindgerechte Missbrauchsprävention aussehen könnte.